Theater

Ziemlich beste Freunde

Am 2.12. erlebten die Schüler/innen der 2. und 3. Jg. "Ziemlich beste Freunde" hautnah in den Kammerspielen der Josefstadt in Wien. Die Komödie von Gunnar Dreßler nach dem gleichnamigen Film von Olivier Nakache und Eric Toledano wurde unter der Regie von Michael Gampe auf die Bühne der Kammerspiele gebracht. Unsere Schüler erlebten wahrlich "hautnah" am Geschehen - sie saßen in den ersten vier Reihen - die Geschichte der Freundschaft zwischen dem adeligen Tetraplegiker Philippe Pozzo di Borgo und seinem Pfleger Driss.

Dokumentationsbeitrag – Ziemlich beste Freunde
Andreas Kohl, 2AK Schuljahr 2014/15


Am Dienstag, dem 02.12.2014, unternahmen wir, die 2ABK der HAK Oberwart, eine Theaterfahrt nach Wien in die Kammerspiele der Josefstadt, um uns die Komödie „Ziemlich beste Freunde“ anzusehen. Organisiert wurde die Fahrt von unseren Deutsch-Professoren Mag. Brigitte Schurmann und Mag. Harald Himmler, wobei uns auch Frau Professor Mag. Margit Wilfinger begleitete.

Regisseur: Michael Gampe
Bühnenbild und Kostüme: Erich Uiberlacker
Kostüme: Birgit Hutter

Philippe: Michael Dangl
Driss: Nikolaus Okonkwo
Magalie: Silvia Meisterle
Bewerber, später Pfleger: Ljubiša Lupo Grujčić
Antoine: Oliver Huether
Galeristin: Alexandra Krismer
Prostituierte: Katrin Eberl/Maria Astl, Elisabeth Kofler/Catherine Dumont

Die Komödie „Ziemlich beste Freunde“ von Gunnar Dreßler nach dem gleichnamigen Film aus dem Jahr 2011 von Oliver Nakache und Eric Toledano spielt in der Gegenwart im Haus des Tetraplegikers Philippe Pozzo die Borgo. Es handelt von der Geschichte des Querschnittgelähmten Philippe, der durch seinen Pfleger Driss neuen Lebensmut fasst. Weitere handelnde Personen sind Philippes engste Vertraute Magalie und sein Schwager Antoine.
Driss, ein ehemaliger Krimineller, muss sich um Arbeit bemühen und versucht bei dem Tetraplegiker Philippe Pozzo die Borgo eine Unterschrift für die Sozialhilfe bekommen. Philippe aber testet Driss‘ Fähigkeiten als Pfleger und bittet ihn schließlich, am folgenden Tag seine Unterschrift abzuholen. Also macht er sich auf den Weg nach Hause und stiehlt beim Hinausgehen ein Fabergé-Ei, das Philippe gehört. Am nächsten Tag kommt Driss wieder, und ihm wird verkündet, als neuer Pfleger Philippes eingestellt worden zu sein. Magalie, Philippes engste Vertraute, klärt Driss über seine Arbeiten auf und zeigt ihm, was er zu tun hat und worauf er besonders aufpassen muss – beispielsweise dürfen beim Ankleiden keine Falten entstehen. Zuerst ist Driss angewidert, als er Philippe helfen muss, seine Strümpfe anzuziehen, aber er glaubt, alles über diesen Job zu wissen und er meint, keine Hilfe zu benötigen, macht aber trotzdem häufig Fehler. Doch je öfter er sich mit Philippe beschäftigt, desto sicherer und verlässlicher wird er. Driss erlaubt sich auch manchmal, Philippe zu ärgern. Er vergisst, dass er kein Telefon benutzen kann und gibt ihm, weil er nicht fähig ist, seine Arme zu bewegen, auch keine Schokolade. Doch Philippe versteht Driss‘ Humor und ist ihm auch keinerlei böse.
In einer Nacht erleidet Philippe so große Schmerzen, dass er juchzt und schreit und Driss sogar munter wird. Er eilt schnell zu ihm, um zu helfen. Philippe erzählt ihm dann seine Geschichte und warum er jetzt im Rollstuhl sitzt. Da er beim Paragliding einen Unfall hatte, ist er vom dritten Halswirbel abwärts gelähmt und verspürt an den meisten Teilen seines Körpers kaum Schmerzen. Er kann seine Füße und auch seine Arme nicht bewegen – den Rollstuhl lenkt er mit seinem Mund. Nach diesem sehr vertrauten Gespräch haben sie ein besseres und engeres Verhältnis zueinander als vorher und begegnen einander mit mehr Respekt. Driss hat danach mehr Einfluss auf Philippe und kann ihn zu Vielem überreden.
Magalie ist es, die stets für Philippe da ist, und auch den Kontakt zu seinen Brieffreundinnen aufrecht hält. Sie lässt ihn wissen, wann der nächste Brief bei der Tür reinkommt, zeichnet das auf, was er sagt, und schickt immer wieder Briefe zurück. Driss versucht oft, Magalies Interesse an ihm zu wecken und verhält sich ihr gegenüber zwar nett, aber auch sehr direkt. Bald erzählt Philippe Driss auch von seiner Brieffreundin Eléonore. Driss probiert, Philippe dazu zu überreden, Eléonore ein Bild von ihm zu schicken und auch eines von ihr zu verlangen, denn Driss‘ Meinung nach, darf seine zukünftige Freundin nicht „hässlich“ oder „fett“ sein. Driss versteht nicht, wie Philippe mit jemandem korrespondieren kann, ohne die Person jemals zuvor gesehen zu haben. Man müsse wissen, wie die Person aussieht, bevor man mit ihr Briefe schreibt oder sie sogar trifft. Beide wählen ein Bild aus, auf dem man Philippes Querschnittslähmung sehen kann und er findet es zuerst auch nicht besonders schlimm, doch als er darüber nachdenkt und Driss bereits weg ist, fordert er Magalie auf, das Bild zu zerreißen und jenes aus seinen jüngeren Jahren zu nehmen. Driss ist auch der Grund, warum sich Philippe sogar traut, Eléonore anzurufen, um mit ihr zu reden, anstatt diese umständlichen Briefe zu schreiben.
Driss verlässt Philippe um Sorge der eigenen Familie. Dies ist auch der Grund, warum sich Philippe wieder einsam und alleine fühlt und in seine Depression zurückfällt. Ein neuer Pfleger wird eingestellt, doch von diesem ist Philippe nicht überzeugt und möchte ihn auch nicht als seinen Pfleger. Magalie schafft es, Driss wieder zurückzuholen, um für Philippe zu arbeiten. Schließlich kann er dann noch ein Treffen mit Eléonore arrangieren.

Selbsteinschätzung

Mir hat diese Komödie von Dreßler sehr gut gefallen, weil sie zum Nachdenken bewegt und darüber aufmerksam macht, wie schrecklich es den Menschen geht, die aufgrund eines Schicksalsschlages ihr Leben im Rollstuhl verbringen müssen. Das Stück zeigt sehr gut, wie sich Menschen mit einer Querschnittlähmung fühlen und wie schwer es diese haben. Bei einer Querschnittlähmung ist die Nervenleitung im Rückenmark durchtrennt – es kommt aber auch darauf an, zwischen welchen Wirbeln die Wirbelsäule gebrochen ist. Philippe Pozzo die Borgo zum Beispiel ist vom Hals abwärts gelähmt und muss im Rollstuhl sitzen, weil er beim Paragliding einen Unfall hatte. Erst der Rollstuhl zeigt, wie gefangen ein behinderter Mensch sein kann. Für Philippe ist es das einzige Fortbewegungsmittel und erstaunlich ist, dass er den Rollstuhl alleine mit seinem Mund steuern muss. Ich finde, dass der Darsteller Philippes, Michael Dangl, seine Rolle als Tetraplegiker mehr als perfekt über die Bühne brachte. Wahrscheinlich liegt das auch daran, weil er viele Stunden üben musste, um den von der Firma Bock geliehenen Rollstuhl einwandfrei bedienen zu können.
Das Stück zeigt auch, dass Menschen, die aus einem komplett anderen Milieu kommen, auch Freunde sein können. Während Philippe ein sehr reicher Mann ist, zu den Superreichen zählt und Eigentümer der Champagnerfirma „Pommery“ ist, war Driss ein Krimineller in der Vergangenheit, der nun nicht arbeiten will, sich aber im Laufe der Zeit zu einem reiferen Mann entwickelt. Driss findet Arbeit, besitzt nun eine Wohnung und weil er kein Mitleid mit Philippe zeigt, fasst dieser neuen Lebensmut und vergisst, wie einsam und schrecklich sein Leben ist. Driss behandelt ihn ganz normal, scherzt mit und auch über ihn und führt mit ihm jene Tätigkeiten aus, die Philippe vor seinem Unfall auch ausübte. Philippe möchte wie ein gesunder Mensch behandelt werden und Driss vergisst seine Behinderung auch manchmal. Zum Beispiel lehnt er es ab, ihm mit dem Behindertentransporter zu chauffieren, denn stattdessen wird der Maserati genommen. Driss führt auch ein „Männergespräch“ mit ihm bezüglich Philippes Sexualität und verhält sich gegenüber Philippe sehr zynisch.
Philippe ist auch sehr interessiert an Kunst und da er für ein abstraktes Bild € 30.000 ausgeben will, hält Driss ihn für verrückt. Als Philippe herausfindet, dass auch Driss malt, zeigt er seinem Schwager Antoine sein Bild, welcher es dann auch für einen sehr hohen Preis kauft.
Geld spielt eine große Rolle, wenn man wegen einer Querschnittlähmung im Rollstuhl sitzt. Jene, die mehr Geld besitzen oder sogar reich sind, haben es auf jeden Fall leichter als Menschen, die kaum etwas besitzen. Die notwendige Ausrüstung, die man dafür benötigt – zum Beispiel einen Rollstuhl – kostet, wie das Theater in der Josefstadt bekannt gab, ungefähr € 40.000,00. Die meisten Menschen können sich einen so teuren Rollstuhl oft nicht leisten, und müssen sich deswegen einen günstigeren besorgen, der längst nicht so viele Funktionen besitzt wie ein solch preiswerter. Geld kann das Leben eines Behinderten also erheblich erleichtern.
Auch viele Prominente müssen ihr Leben im Rollstuhl verbringen, beispielsweise Christopher Reeve oder Samuel Koch. Letzterer verletzte sich beim Versuch mit Sprungstelzen, sogenannten Bocks, über ein fahrendes Auto zu springen so schwer, dass er nun querschnittsgelähmt ist. Dies ereignete sich in der deutschen Fernsehshow Wetten, dass..?.  Ich persönlich habe eigentlich keine Vorurteile gegenüber Behinderte oder Menschen, die in Rollstühlen sitzen, denn man weiß nie, was in deren Leben so Schreckliches passiert ist. Also sollten alle Menschen ihre Neugier zurückhalten und Behinderte ganz normal behandeln. Entscheidend ist, dass nach so einem schlimmen Vorfall Familie und Freund hinter dem- oder derjenigen stehen.

Verwendete Literatur:
keine Primärliteratur verwendet

Sekundärliteratur
Theaterzettel ausgeteilt bei der Theaterfahrt am 02.12.2014
Unterlagen aus dem Deutsch-Unterricht vom 03.12.2014
Internet, Link (eingesehen am 11.12.2014 um 17:38 Uhr)
https://www.josefstadt.org/programm/stuecke/action/show/stueck/ziemlich-beste-freunde.html
http://de.wikipedia.org/wiki/Samuel_Koch

 

Dokumentationsbeitrag –Ziemlich beste Freunde
Anna Kunczer, 2AK Schuljahr 2014/15


Am 2. Dezember unternahmen die Schülerinnen und Schüler eine Klassenfahrt in die Kammerspiele. Wir sahen uns das Theaterstück „Ziemlich beste Freunde“ an, das von unserer Deutschprofessorin Mag. Brigitte Schurmann ausgesucht wurde. Uns begleiteten auch unsere Professoren Mag. Harald Himmler und Mag. Margit Wilfinger.

Regisseur: Michael Gampe
Bühnenbild: Erich Uiberlacker
Kostüme: Birgit Hutter
Dramaturgie: Katharina Schuster
Licht: Manfred Grohs

Hauptdarsteller:
Philippe: Michael Dangl
Driss: Nikolaus Okonkwo
Magalie: Silvia Meisterle

Das Theaterstück basiert auf einer wahren Begebenheit. Philippe Pozzo di Borgo hat ein Buch über sein Leben geschrieben, welches verfilmt wurde.
Philippe Pozzo di Borgo stammt aus einem Adelsgeschlecht. Er lernt seine zukünftige Frau kennen und mit der Zeit wird der Wunsch nach Kindern immer größer. Nach mehreren Fehlgeburten wird schließlich Eierstockkrebs diagnostiziert. Dieser Krebs kann allerdings nicht geheilt werden. Jahre später adoptiert das Ehepaar ein Kind. Als seine Geliebte an den Folgen ihrer Krankheit leidet, geht Philippe seinem Hobby nach, dem Paragliden. Er erleidet jedoch einen Unfall als er mit 42 Jahren paraglidet. Er will sich fühlen, wie sich seine Frau gefühlt hat. Die Diagnose seines Unfalls stellt fest, dass er sich den dritten und vierten Halswirbel gebrochen habe. Er ist nun vom Hals abwärts gelähmt. Philippe kann weder seine Arme noch seine Beine bewegen, er ist sozusagen ein Tetraplegiker. Außerdem fällt er mit der Zeit in eine tiefe Depression. Philippe sucht nun verzweifelt mit seiner engsten Vertrauten Magalie einen Pfleger für ihn. Leider ist Philippe sehr wählerisch und nicht sehr begeistert von seinen Interessenten. Einer hat es ihm jedoch angetan. Dieser Mann heißt Driss. Driss ist mit seinen Eltern nach Frankreich gezogen, wird allerdings durch die fragwürdige Erziehung seiner „Eltern“ Kleinkrimineller. Nach seiner Entlassung im Gefängnis wird er auf Arbeitssuche geschickt. Er muss genügend Absagen bekommen, um nicht arbeiten gehen zu müssen, also versucht er es auch bei Philippe Pozzo di Borgo. Nach einem kuren „Vorstellungsgespräch“ ist Driss eingestellt. Anfangs weigert er sich gewisse Dinge zu tun, das relativiert sich allerdings mit der Zeit und die beiden bauen eine Beziehung zueinander auf. Driss zeigt an Philippes Liebesleben Interesse und will, dass dieser seine Brieffreundin Eleonore persönlich kennenlernt. Philippe ist von dieser Idee nicht so sehr begeistert, lässt sich aber zum Telefonieren mit ihr überreden. Es bricht aber plötzlich in der Familie von Driss ein Problem ein und deshalb entlässt Philippe seinen besten Freund. Philippe verfällt erneut in eine Depression, woraufhin Magalie Driss wieder zurückholt. Driss arrangiert ein Treffen für Philippe und Eleonore. „Das Stück endet damit, dass Philippe Pozzo di Borgo auf das Eintreffen der Frau wartet.“ 1

Selbsteinschätzung
Mir hat dieses Theaterstück sehr gut gefallen. Ich fand es sehr interessant und bewundernswert, dass der Schauspieler Michael Dangl so gut mit dem elektrischen Rollstuhl zurechtkam, obwohl dieser ihn nur mit dem Mund steuerte.

Philippe Pozzo di Borgo ist Adeliger und „wurde im Glauben erzogen, dass man auf die Welt hinunter pinkeln könnte“. 2 Er geht deshalb auch einem sehr waghalsigen Hobby nach. Er paraglidet sehr gerne aber diese Hingabe zu dieser Sportart wird ihm mit 42 Jahren zum Verhängnis. Nach dem Tod seiner Frau erleidet er einen Unfall und ist deshalb fast ganz gelähmt. Philippe verfällt in eine Depression und kann den plötzlichen Tod seiner Frau an Eierstockkrebs kaum verkraften. Durch seinen Unfall will er dem Verlust seiner Geliebten entkommen.

Er nimmt sein trostloses Leben hin, will allerdings einen Pfleger einstellen. Dieser sollte dann Driss werden. Die Wahl von Philippe fiel auf den frechen Driss, weil dieser ihn nicht wie ein Baby behandelte. Driss schenkte ihm kein Mitleid, er wollte lediglich eine Unterschrift für seine Absage für die Stelle als Pfleger.

Driss ist mit seiner Familie nach Frankreich gezogen. Seine leiblichen Eltern sind allerdings noch in seinem Heimatland. Er lebt in Frankreich eigentlich bei seiner Tante und seinem Onkel, weil diese keine Kinder bekommen können. Seine leiblichen Eltern haben ihn, also den Ältesten, hergegeben, weil seine Eltern bereits zahlreiche Kinder haben.

Driss ist der einzige Mensch, der Philippe wie einen gesunden Menschen behandelt. Er sieht nicht zuerst seine Behinderung, sondern seinen Charakter und sein Wesen. Manchmal vergisst Driss sogar, dass Philippe Tetraplegiker ist, weil er ihm manchmal das Telefon reichen will. Er lehnt es außerdem ab, ihn mit dem Behindertentransporter zu transportieren und nimmt lieber den Maserati.

Das Leben beider verbessert sich. Driss muss nicht mehr auf der Straße leben, sondern findet eine eigene Wohnung und Arbeit.
Philippe findet neuen Lebensmut, er fühlt sich wieder wie ein normaler Mensch und mit der Hilfe von Driss kann er wieder sein altes Hobby ausüben.

Philippe und Driss sind zwei verschiedene Menschen mit verschiedenem Charakter und einer anderen Herkunft, dennoch sind die beiden ziemlich beste Freunde.

Verwendete Materialien:
1 Theaterzettel zum Theaterstück „Ziemlich beste Freunde“, ausgeteilt am 2. 12. 2014 von Mag. Brigitte Schurmann, Seite 5
2 Theaterzettel zum Theaterstück „Ziemlich beste Freunde“, ausgeteilt am 2. 12. von Mag. Brigitte Schurmann, Seite 10