Floh im Ohr

Dokumentationsbeitrag
Dominik Horvath, 2AK Schuljahr 2014/15


Wir, die 2AK der Handelsakademie Oberwart, fuhren am 11. März 2015 nach Wien in das Volkstheater in der Neustiftgasse. Begleitet wurden wir von unserer Parallelklasse, der 2BK, der 3BK und von unseren Professoren Frau Mag. Brigitte Schurmann, Herr Mag. Harald Himmler, Frau Mag. Margit Wilfinger. Das Stück fing um 19:30 Uhr an und um ca. 21:30 Uhr ging es unter tobendem Applaus zu Ende.

von: Georges Feydeau
übersetzt von: Elfriede Jelinek
Regie: Stephan Müller
Madame Chandebise: Susa Meyer
Victor-Emmanuel Chandebise: Till Firit
Lucienne Homenides de Histangua: Martina Stilp
Arzt: Roman Schmelzer
Romain Tournel: Patrick O. Beck
Camille Chandebise: Matthias Mamedof
Carlos Homenides de Histangua: Ronald Kuste
Kostüme: Carla Caminati

Madame Chandebise findet die Hosenträger ihres Gatten Victor-Emmanuel Chandebise in einem Paket, das dem Adelspaar per Post geschickt worden ist. Sie ist davon überzeugt, dass Herr Chandebise sie betrügt. Ihre beste Freundin, Lucienne Hominedes de Histangua, versucht Madame Chandebise‘ Mann mittels Brief zu einem Date in dem Stundenhotel „Hotel zur Miezekatze“ zu locken. Als Monsieur Chandebise den Brief bekommt, glaubt er, dieser wäre nicht an ihn adressiert, sondern an Romain Tournel, den jüngeren und vermeintlich attraktiveren Vertrauten von Chandebise. Romain hüpft vor Freude , als er erfährt, dass er endlich wieder einmal ein Date hat. Er macht sich sofort auf den Weg ins Hotel, denn er will seine mysteriöse Freundin nicht warten lassen. Jedoch geht ab diesem Zeitpunkt alles daneben: Victor-Emmanuel Chandebise wird mit dem Angestellten des Hotels Poche verwechselt, Carlos Homenides de Histangua ist eifersüchtig, denn er glaubt, seine Frau betrüge ihn, und nun will er alle umbringen. Camille Chandebise verliert seinen Gaumenring, der ihm die Möglichkeit gibt zu sprechen, also kann er sich nun nicht mehr mit Konsonanten verständlich machen. Beim Rendezvous treffen einander Madame Chandebise und Monsieur Tournel, womit beide nicht gerechnet haben. Die Hosenträger-Affaire kommt ans Tageslicht. Kein einziger Mensch weiß noch, wo „vorne und hinten“ ist. Doch am Ende des Stückes löst sich alles wieder auf, niemand wurde umgebracht und kein Ehebund wurde gebrochen. Die Zuschauer konnten sich erst nach dem Ende der Komödie wieder beruhigen, denn von jedem einzelnen Besucher wurden die Lachmuskeln strapaziert, doch es ist nichts Gröberes passiert.

„Floh im Ohr“ ist nach meinen Erfahrungen nach das witzigste Stück, das wir uns jemals von der Schule aus angeschaut haben. Man braucht nur 5 Sekunden, um zu begreifen, worum sich die Komödie dreht, und man „muss“ nicht alle 5 Minuten auf die Uhr schauen, wann das Stück endlich aus ist. Es ist spannend und lustig zugleich – vom Anfang bis zum Ende. Die Rollen wurden fantastisch besetzt und gespielt. Till Firit passt die Rolle des französischen Adeligen wie angegossen, wobei meiner Meinung nach Matthias Mamedof und Ronald Kuste die mit Abstand schwierigsten Rollen hatten und diese bravourös spielten.

„Floh im Ohr“ lehrt uns, dass das Leben erst durch Verwechslungen, Eifersucht und Sprachfehler so richtig spannend und unterhaltsam wird. Jedoch merkt man auch, dass das Stück zeigen will, dass Betrug in der Ehe oder in einer Beziehung nichts bringt, denn er kommt sowieso ans Licht. Jedoch ist zu viel Eifersucht auch nicht das Wahre in einer Beziehung, denn wenn man sich zu schnell „einen Floh ins Ohr setzen“ lässt, kann es zu fatalen Verwechslungen kommen, die nicht immer so gut ausgehen wie in dem Stück. Von den Spaniern weiß jedermann, dass das Volk sehr temperamentvoll ist, doch dass Carlos Homenides de Histangua sich gleich zum Serienmörder machen will und alles erschießen will, was nicht bei drei wegläuft, hat auch keiner vorhergesehen. Ich habe gelernt, dass man auf solch ernste Themen wie Betrug, Morddrohung und Bordells auf eine sehr witzige Weise hinweisen kann und man am besten zuerst einmal über ein Gerücht schmunzelt und dann nachfragt, ob dieses stimmt, bevor man sich zu schnell einen Floh ins Ohr setzen lässt.

Dokumentationsbeitrag
Michael Nemeth, 2AK Schuljahr 2014/15


Wir, die Schülerinnen und Schüler der 2ABK und der 3AK machten am Mittwoch, dem 11. März 2015 eine Theaterfahrt in das Volkstheater nach Wien. Wir sahen uns das Stück „Floh im Ohr“ (La Puce á l´oreille) von Georges Feydeau an. Der Abend wurde von unseren Deutsch – Professoren, Mag. Brigitte Schurmann und Mag. Harald Himmler, organisiert.

Deutsch von     Elfriede Jelinek
Regie:     Stephan Müller
Bühne:     Siegfried E. Mayer
Kostüme:     Carla Caminati
Musik:     Fabian Kalker
Dramaturgie:     Hans Mrak
Kampftraining:     Martin Woldan

Victor-Emmanuel Chandebise/Poche:     Till Firit
Camille Chandebise:     Matthias Mamedof
Romain Tournel:     Patrick O. Beck
Dr. Finache:     Roman Schmelzer
Carlos Homenides de Histangua:     Ronald Kuste
Raymonde Chandebise:     Susa Meyer
Lucienne Homenides de Histangua:     Martina Stilp
Floh im Ohr (La Puce á l´oreille) von Georges Feydeau ist eine Komödie in drei Akten. Es geht um Verwechslungen, anonyme Briefe, einen eifersüchtigen Spanier, einen Mann mit Sprachfehler, Überraschungseffekte bei Rendezvous, Hosenträger, Ohrfeigen ohne Zahl, Sprünge in der Ehe, Seitensprünge aus der Ehe sowie Überpotenz und Impotenz.

Da die Hosenträger ihres Gatten per Post nach Hause kommen, ist Madame Chandebise davon besessen, ihrem Mann, Victor-Emmanuel Chandebise, die vermeintliche Untreue mit einem Coup nachzuweisen. Ihre beste Freundin, Lucienne Homenides de Histangua, soll nun den untreuen Mann mittels Briefs zu einem Date im Stundenhotel verführen. Gesagt, getan - und die fabelhafte Komödie beginnt.

Da sich Chandebise mit diesem fingierten Liebesbrief nicht angesprochen fühlt, schickt er seinen Hausfreund Tournel zum Date. Nun kommt Carlos Homenidés de Histangua ins Spiel, Luciennes Ehemann. Er tobt vor Eifersucht, als er den Brief sieht, und will Chandebise zu Duell fordern.
Die Hosenträger hat der Neffe Chandebises, Camille, im Hotel, wo er seine Unschuld verloren hat, vergessen. Nebenbei hat er immer heimliche Dates mit Antoinette, sie ist die Köchin seines Onkels. Deswegen dürfen beide nicht erwischt werden.
Lucienne, Antoinettes Ehemann Etienne, ein triebhafter Engländer, auch der Hotelbesitzer und der Arzt Finache mischen das Stück kräftig auf. Für die größte Verwirrung im Stück sorgte der betrunkene Hotelangestellte Poche, denn er sieht Monsieur Chandebise sehr ähnlich. Und plötzlich treffen sich alle Insassen des Hauses Chandebise in dem Bordell, ohne zu wissen, was der andere dort macht oder was er vorhat zu machen.
Selbsteinschätzung
Feydeau setzt in seinem bereits 1907 uraufgeführten Stück seine Figuren wie Marionetten in Bewegung. Besonders auffallend ist die sprachlich brilliante Übersetzung durch Elfriede Jelinek.
Elfriede Jelinek ist am 20. Oktober 1946 in Mürzzuschlag geboren. Sie ist eine österreichische Schriftstellerin, die in Wien und München lebt. Im Jahr 2004 erhielt sie den Literaturnobelpreis für „den musikalischen Fluss von Stimmen und Gegenstimmen in Romanen und Dramen, die mit einzigartiger sprachlicher Leidenschaft die Absurdität und zwingende Macht der sozialen Klischees enthüllen“.
Elfriede Jelinek schreibt gegen Missstände im öffentlichen, politischen, aber auch im privaten Leben der österreichischen Gesellschaft. Dabei benutzt sie einen sarkastischen, provokanten Stil, der von ihren Gegnern, aber auch von ihr selbst mitunter als obszön, blasphemisch, vulgär oder höhnisch beschrieben wird. Sie schrieb zahlreiche Romane, Dramen, Essays, unter anderem erschien 1983 der Roman „Die Klavierspielerin“.
Im Wesentlichen geht es in „Floh im Ohr“ um Kleinbürger, die sich nach einem großen erotischen Abenteuer sehnen. Im ersten Akt zeichnet sich die Gefahr eines Ehebruchs ab, die sich im zweiten Akt sogar drastisch erhöht. Jedoch am Ende des Stückes scheint die Gefahr plötzlich verflogen zu sein. So findet der gleich zu Beginn unterstellte Seitensprung des Protagonisten Monsieur Chandebise niemals statt. Er bleibt bis zuletzt ein bloßer „Floh im Ohr“ seiner Frau.

Das Bühnenbild hat mich sehr beeindruckt. Im ersten Akt sieht man die Wohnung des Ehepaars Chandebise, eine beige, mit dicken schwarzen Balken bemalte Wand, die fast nur aus Türen besteht. Im zweiten Akt stehen im Mittelpunkt die grellen Farben des Bordells, zu dem ein Wirrwarr an Treppen führt. Herzstück des Raumes ist jedoch ein rotes Lotterbett. Auf Knopfdruck verschwindet es aber und es taucht ein jammernder kranker Mann in einem zuvor verborgenen Bett auf. In diesem Irrgarten treffen Paare und Personal aufeinander.  Besonders witzig für mich war, dass bis auf einen Doktor und einen triebhaften Engländer fast keiner Sex hat. Die meisten Menschen sind nur in diesem Etablissement, um andere dabei zu ertappen! Besonders souverän gibt sich Till Firit in seiner Doppelrolle. Auch Susa Meyer spielt ihre Rolle als Frau Chandebise brilliant. Besonders lustig war für mich die Rolle des Camille, der mit seinem Sprachfehler die meisten Lacher provozierte. Mir gefiel auch die kurzweilige, besonders herzhafte Inszenierung des Regisseurs Stephan Müller. Auch der eifersüchtige Spanier Carlos Homenides de Histangua beeindruckte mit seinem Akzent, der Monsieur Chandebise nur "Schantepisssse" nennt.

Auch in Erinnerung an diese Aufführung wird mir die Rolle der Raymonde Chandebise, dargestellt vonSusa Meyer, bleiben. Da sie während einer Vorstellung zuvor von der Treppe stürzte und sich dabei schwer verletzte, stand sie beim zweiten und dritten Akt mit einem Mikrofon in der Hand am rechten Bühnenrand.
Die Darsteller spielten und kommunizierten sozusagen nur „mit der Luft“.
Für mich war dieser Theaterabend sehr unterhaltsam, beeindruckend und lustig.
Literaturverzeichnis:

Primärliteratur:     „Theaterzettel“ ausgeteilt bei der Theaterfahrt am 11. März 2015
Sekundärliteratur:     http://www.volkstheater.at/home/premieren/1715/Floh+im+Ohr
Download am 15. März 2015