Die Dokumentation der Beschäftigung mit den verschiedenensten kulturellen Aktivitäten im Rahmen des Deutschunterrichtes war die Basis für die Erstellung eines Kulturportfolios, die Basis nicht nur für aktive Literacy, sondern auch für vernetztes Denken. Die Maturanten lassen ihre Arbeit am Kulturportfolio Revue passieren und ziehen ein Resümee:

Kulturportfolio im Rückblick (2013 - 2018)

Zusammenfassende Darstellung I.-V. Jahrgang

Lisa Oberndorfer


Nach fünf Jahren an der HAK Oberwart, darf ich nun auf eine sehr anstrengende, arbeitsintensive, jedoch auch sehr lehrreiche und interessante Zeit zurückblicken. Fünf Jahre lang mussten meine Mitschüler und ich sehr viel Zeit und Arbeit in unsere Ausbildung an der HAK Oberwart investieren. Es war natürlich nicht immer leicht, uns neu zu motivieren, Kraft zu schöpfen und nicht aufzugeben, dennoch können wir nun stolz behaupten, dass es sich allemal gelohnt hat. Neben vielen anderen anspruchsvollen Arbeiten in einigen Fächern, möchte ich jedoch ein Werk aus den letzten Jahren besonders hervorheben, denn dieses Werk begleitet mich schon seit der 1. Klasse – mein Kulturportfolio. Das Kulturportfolio ist eine Sammlung von Dokumentationsbeiträgen über Theaterfahren, Kinobesuche und Lektüren der letzten fünf Jahre meiner Ausbildung an der HAK Oberwart. Ich bin sehr stolz darauf, weil dieses Werk die jahrelange Arbeit und das Bemühen sowie meine Entwicklung von der ersten bis zur fünften Klasse widerspiegelt.

So behandelten wir im ersten Jahrgang sehr intensiv Werke mit der Thematik „Jungendprobleme“. Unter anderem lasen wir einige Bücher von Maureen Stewart, zum Beispiel: „Essen? Nein danke!“, „Alki? Ich doch nicht!“ und „Speed“. Ebenso finden sich Bücher wie zum Beispiel „Boot Camp“ von Morton Rhue und „Gute Freunde, böse Freunde – Leben im Web“ von Elke Reichart in meinem Kulturportfolio wieder. Zudem durften wir auch im ersten Jahr an der HAK Oberwart an einigen Theaterfahrten teilnehmen. Das Musical, das ich besonders hervorheben möchte, ist „Elisabeth“. Da ich zuvor noch nie in einem Musical war, blieb mir „Elisabeth“ mit den wunderschönen Stimmen und tollen Kostümen, als mein erstes Musical am besten in Erinnerung. Im ersten Jahrgang durften wir auch noch viele weitere Stücke, sei es in Wien, sei es in Graz, mit unserer Deutschprofessorin Mag. Brigitte Schurmann sehen. Darunter waren Stücke wie „Der Talisman“, „Ladies Night“ und „Mamma Mia“. Durch die beiden Schulfilme „Die Festung“ und „Wüstenblume“ wurde unser Kulturportfolio des ersten Jahrgangs schließlich vervollständigt.

Auch im zweiten Schuljahr wurden viele Theaterfahrten organisiert. So sahen wir zum Beispiel „Der Zerrissene“, „Ziemlich beste Freunde“, „Die Physiker“, „Floh im Ohr“ und „Evita“. Als Klassenlektüre lasen wir im zweiten Schuljahr „Der Verdacht“ von Friedrich Dürrenmatt, „Jugend ohne Gott“ von Ödön von Horvath, „Abschied von Sidonie“ von Erich Hackl, „Rosen sind rot“ von Lisa Scottoline, „Der Besuch der alten Dame“ von Friedrich Dürrenmatt, „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“ von Daniel Glattauer. Sehr gut gefielen mir vor allem die Bücher „Abschied von Sidonie“ und „Gut gegen Nordwind“. Im Kino sahen wir „Ben-X“ und „Elser – Er hätte die Welt verändert“, beides sind Filme mit einem sehr ernstzunehmenden Hintergrund.

Das Kulturportfolio des dritten Jahrgangs enthält vor allem viele Dokumentationsbeiträge über Theaterstücke und Musicals, darunter sind „Affäre Rue de Lourcine“, „Mozart! Das Musical“, „Der nackte Wahnsinn“, „Romeo und Julia“, „Hakoah Wien“, „Ich war noch niemals in New York“, „Struwwelpeter“ und „My faire Lady“. Als Klassenlektüre lasen wir „Fuchserde“ von Thomas Sautner und „Sansibar oder der letzte Grund“ von Alfred Andersch. Als Privatlektüre las ich das Buch „Der alte Mann und das Meer“ von Ernest Hemingway. Für eine Buchpräsentation suchte ich mir das Buch „Der Tod in Venedig“ von Thomas Mann aus. Am Ende des Schuljahres sahen wir zum Abschluss die Filmbiografie von Stefan Zweig „Vor der Morgenröte“. Sehr gut gefielen mir vor allem die Musicals „Mozart“ und „Ich war noch niemals in New York“ sowie das Buch „Sansibar oder der letzte Grund“. Ein besonderes Highlight im dritten Schuljahr stellte für mich die Exkursion ins Heeresgeschichtliche Museum sowie ins Schloss Belvedere dar.

Auch im vierten Schuljahr durften wir an zwei Exkursionen teilnehmen, welche einen perfekten Ausgleich zum Schulalltag darstellten. Im ersten Semester besuchten wir im Rahmen einer „Medienexkursion“ die Druckerei „Mediaprint“, das „Funkhaus“ in Wien sowie das „ORF-Zentrum“ am Küniglberg. Im zweiten Semester besuchten wir die Albertina in Wien. Hier hatten wir dank unserer Deutschprofessorin Mag. Brigitte Schurmann die einmalige Gelegenheit, an einem Künstlergespräch mit dem zeitgenössischen Künstler Eduard Angeli teilzunehmen. Am Nachmittag trafen wir uns erneut in der Albertina, um uns die Ausstellung von Egon Schiele anzusehen. Als Klassenlektüre lasen wir im vierten Jahrgang schon etwas anspruchsvollere Stücke wie zum Beispiel: „Emilia Galotti“ und „Nathan der Weise“ von Gotthold Ephraim Lessing, „Das Parfum“ von Patrick Süskind, „Die Leiden des jungen Werther“ von Johann Wolfgang von Goethe, „Die neuen Leiden des jungen W.“ von Ulrich Plenzdorf, „Biedermann und die Brandstifter“ von Max Frisch und „Die Nashörner“ von Eugène Ionesco. Im vierten Schuljahr fanden zwei Theaterfahrten statt: „Schikaneder“ und „Die Verdammten“. Ebenso sahen wir „Goethe“, „Egon Schiele – Tod und Mädchen“ und „Der junge Karl Marx“ im Kino. Vor allem „Goethe – Der Film“ hat mir sehr gut gefallen.

Sogar im fünften Jahrgang haben wir an fünf Theaterfahrten teilgenommen. Gleich zu Beginn der fünften Klasse fuhren wir ins Grazer Schauspielhaus zum Theaterstück „Der thermale Widerstand“, ebenso besuchten wir die Musicals „I am from Austria“ mit den Hits von Rainhard Fendrich und „Tanz der Vampire“. Im Februar sahen wir das Theaterstück „Der Schüler Gerber“ im Next Liberty in Graz. Das Stück „Vivaldi – die fünfte Jahreszeit“ sahen wir in der Volksoper in Wien. Das Kulturportfolio des fünften Jahrgangs wird schließlich durch die Lektüren „Andorra“ von Max Frisch und „Die verlorene Ehre der Katharina Blum“ von Heinrich Böll ergänzt. Als krönenden Abschluss sahen wir schließlich im März 2018 „Jugend ohne Gott“ im Diesel Kino.

Zieht man nun nach fünf Jahren an der Handelsakademie Oberwart Bilanz, darf ich stolz behaupten, dass mein Kulturportfolio über 60 Beiträge enthält. Davon handeln 24 Beiträge von Theater- oder Musicalbesuchen, 25 weitere von Lektüren, 9 von Schulfilmen und drei von Exkursionen. An dieser Stelle möchte ich an unsere Deutschprofessorin Frau Mag. Brigitte Schurmann, einen Dank aussprechen. Vielen Dank für die zahlreichen Möglichkeiten, an den sehr unterhaltsamen, aber auch lehrreichen Theaterfahrten teilzunehmen. Auch wenn wir es nicht immer zeigen konnten, wissen wir Ihre Bemühungen sehr zu schätzen.

Andreas Kohl


Als ich im Jahr 2013 mein erstes Schuljahr an der Handelsakademie Oberwart begann, wusste ich natürlich nicht, was in den einzelnen Fächern auf mich zukommen würde. Im Gegensatz zu einigen Unterrichtsfächern, die ich zu Beginn als sehr eintönig und „trocken“ empfand, wurde der Deutsch-Unterricht vergleichsweise abwechslungsreich gestaltet - angefangen mit dem Entwurf eines Kulturportfolios, über Exkursionen und Theaterfahrten nach Wien und Graz - bis hin zu Schulfilmen und spannenden Lektüren, die wichtige und für die Jugend interessante Themen behandelten. Zu diesem Zeitpunkt war meinen Mitschülerinnen, Mitschülern und mir die Intention eines solchen Kultur-Portfolios noch nicht ganz klar, jedoch lernten wir bald, unser sprachliches Niveau zu verbessern, unsere schriftlichen Kompetenzen zu erweitern, zu gesellschaftskritischen Themen Stellung zu nehmen, uns mit bedeutenden literarischen Stücken auseinanderzusetzen, ja - wir mussten uns mit Kunst und Kultur zu befassen. Rückblickend betrachtet, nahmen wir immer gerne teil an Theaterfahrten, um uns abspruchsvolle Stücke, Slapstick-Komödien oder Musicals anzusehen. Egal ob im Raimund-Theater, im Ronacher, in der Volksoper, dem Theater in der Josefstadt, den Kammerspielen, oder in Graz in der Oper, im Schauspielhaus, im Next Liberty – es gab nur sehr wenige Stücke, die unsere Erwartungen nicht ganz erfüllen konnten.

Das nach fünf Jahren nun von mir vervollständigte Kulturportfolio dient dazu, das Gesehene festzuhalten, das Gelernte niederzuschreiben und erworbene Kenntnisse zu festigen. Dabei halfen auch die Analysen und das gemeinsame Besprechen der Stücke im Deutsch-Unterricht anahand der von unserer Deutschprofessorin erstellten „Theaterzettel“ mit Analyseanregungen zu den in den Stücken behandelten Themen. Erst im Laufe der Zeit sind mir Wert und Zweck dieses Portfolios wirklich bewusst geworden: Diese umfangreiche Arbeit trögt nicht nur zu unserem Allgemeinwissen bei, sondern lässt uns auch einen Sinn für Kunst und Kultur entwickeln. Unser kulturelles Interesse stieg mit jeder Theaterfahrt an, wodurch wir begannen, Werke zu hinterfragen und die Intentionen der Autorinnen, Autoren und Regisseure zu verstehen. Durch mehrmaliges Reflektieren konnten wir Inhalte interpretieren, inre Aussage im historischen Zusammenhang verstehen und wir bekamen einen Einblick in die Gedankenwelt von Autoren und Figuren.

„Alles wiederholt sich – nur in einer etwas anderen Form“, das war das Motto des Deutsch-Unterrichtes in den letzten fünf Jahren. Uns wurde bewusst, dass jene Themen, mit denen sich Menschen schon früher auseinandersetzten, auch heute noch von Bedeutung sind. Zudem besprachen wir alltägliche Geschehnisse, die Politik, Wirtschaft und vor allem die Psychologie – in Bezug auf die handelenden Personen in den Stücken - betreffend und tauchten so immer mehr in die Welt der Literatur ein. Während wir im ersten Jahr noch Lektüren der Jugendliteratur lasen, wie beispielsweise „Die Einbahnstraße“, „Essen – Nein, danke!“, „Second Face“ oder „Speed“, wurden die Werke von Jahr zu Jahr anspruchsvoller. Unsere ersten Theaterfahrten führten nach Wien zu „Elisabeth“, dem „Talisman“, „Ladies Night“ und „Mamma Mia!“.

Des Weiteren lasen wir im zweiten Jahrgang „gute-freunde-boese-freunde“, „Abschied von Sidonie“, „Der Vorleser“, „Boot Camp“, „Der Besuch der alten Dame“, „Kein Platz für Idioten“, „Gut gegen Nordwind“ und „Alle sieben Wellen“. Darüber hinaus nahmen wir an fünf Theaterfahrten teil, um den „Zerrissenen“, „Ziemlich beste Freunde“, „Floh im Ohr“, „Die Physiker“ und „Evita“ zu sehen.

Zu den Lektüren, die wir im dritten und vierten Jahrgang lasen, gehören u.a. „Sansibar oder der letzte Grund“, „Fuchserde“, „Die neuen Leiden des jungen W.“, „Frühlings Erwachen“, „Nathan der Weise“ und „Emilia Galotti“, um nur einige davon zu nennen. Weiters unternahmen wir in diesen beiden Jahren Exkursionen nach Wien in das Heeresgeschichtliche Museum, in die Albertina, das Schloss Belvedere, das ORF-Zentrum, das Funkhaus und in den Zeitungs- und Zeitschriftenverlag „Mediaprint“. Zusätzlich organisierte unsere Deutsch-Professorin, Mag. Brigitte Schurmann, Theaterfahrten, und wir sahen die Musicals „Mozart!“, „Schikaneder“ und „My Fair Lady“ sowie die Theaterstücke „Die Affäre Rue de Lourcine“, „Der nackte Wahnsinn“, „Romeo und Julia“, „Hakoah Wien“ und „Struwwelpeter“ sein.

Unter anderem sahen wir im fünften Jahrgang den „Thermalen Widerstand“, „I Am From Austria“, „Tanz der Vampire“ und „Vivaldi – Die fünfte Jahreszeit“. Jedes Jahr besuchten wir außerdem das Kino, um uns wertvolle Filme anzusehen, darunter waren „Das radikal Böse“, „Festung“, „Wüstenblume“, „BenX“, „Der Vorleser“, „Elser“, „Vor der Morgenröte“, „Egon Schiele: Tod und Mädchen“, „Goethe!“, „Der junge Karl Marx“ und „Jugend ohne Gott“.
Insgesamt lasen wir 41 Bücher, sahen 24 Theaterstücke, 11 Schulfilme und unternahmen 3 Exkursionen zu den Themen „Barock“, „Kunst und Kultur“ und „Medien“. Am besten gefielen mir jedoch die Musicals im Raimund-Theater, wobei vor allem die musikalischen und tänzerischen Leistungen der Hauptdarsteller hervorzuheben sind. Blickt man auf die vergangenen fünf Jahre zurück, wird einem klar, wie stark all diese Werke und Theaterstücke zur Bildung unserer Persönlichkeit beitrugen. Ich bin sehr dankbar für alle Theaterfahrten und Exkursionen, die unsere Deutsch-Professorin Mag. Brigitte Schurmann organisierte, um unser Kultur- und Allgemeinwissen zu fördern. Auf alle Erlebnisse, Ausflüge und Exkursionen blicke ich gerne zurück. Der Deutsch-Unterreicht war meiner Meinung nach sehr wertvoll und machte uns zu dem, was wir sind und was uns heute ausmacht.

 

Kulturportfolio im Rückblick (2010/11 - 2015/16)

Zusammenfassende Darstellung I.-V. Jahrgang

Mario Prandstötter


Das Schuljahr neigt sich dem Ende zu und wir, die 5BK der Handelsakademie Oberwart, stehen kurz vor dem Abschluss unserer fünfjährigen kaufmännischen Ausbildung.
Nach einer lehrreichen, oft auch stressigen und nervenaufreibenden  Zeit an der HAK in Oberwart möchte ich nun Bilanz ziehen – nicht nur in den betriebswirtschaftlichen beziehungsweise kaufmännischen Fächern, sondern auch im Unterrichtsfach Deutsch:
Neben der ständigen Verbesserung unseres Wortschatzes und der Aneignung von entsprechendem Fachvokabular, das in der Wirtschaftswelt heutzutage vorausgesetzt wird, erstellten wir im Rahmen des Deutschunterrichtes in fünf Jahren auch ein Kulturportfolio, das sich meiner Meinung nach wirklich sehen lassen kann. Im folgenden Absatz werde ich dazu nun kurz Bilanz ziehen.
Mein gesamtes Kulturportfolio enthält mittlerweile fast 40 „Lektüren-Beiträge“, 23 Beiträge, die ich aufgrund von verschiedenen Theaterfahrten beziehungsweise Exkursionen erstellen konnte und 14 Kulturportfolio-Beiträge, die ich nach diversen Schulfilm-Kinobesuchen im „Gloria-Kino“ und im „Diesel-Kino“ verfassen „durfte“. Insgesamt enthält mein Portfolio somit 77 Beiträge – ein Werk, das sich wirklich sehen lassen kann und in dem sich stundenlange Arbeit befindet. Mit Sicherheit war die Erstellung mancher Beiträge mit viel Zeitaufwand verbunden und nicht selten, ja man muss schon sagen, eine „freitzeitraubende Tätigkeit“, jedoch bin ich jetzt recht stolz auf meine Arbeit und darf erkennen, dass sich die Mühe beim Schreiben der Dokubeiträge allemal gelohnt hat.
Die zahlreiche Lektüren, Theatervorstellungen und Kinobesuche wurden im Nachhinein im Deutsch-Unterricht genauer behandelt, Teile des Inhaltes oder die eigenen gewonnenen Erkenntnisse wurden wiederholt bei diversen Tests oder Lernzielkontrollen abgefragt. Ich erinnere mich, dass einmal sogar ein Inputtext bei einer Deutsch-Schularbeit auf einem Kinofilm, den wir zuvor sehen durften, basierte, nämlich auf dem Spielfilm „Das weiße Band“ von Michael Haneke.
Darüber hinaus  wurden wir in der vierten Klasse bei einer weiteren  Schularbeit aufgefordert, das Theaterstück „Jägerstätter“ von Felix Mitterer, das wir ebenfalls  kurze Zeit davor im Theater in der Josefstadt gesehen hatten, dem Lehrerkollegium im Rahmen einer Empfehlung näherzubringen.  Auch im fünften und somit letzten Jahr an dieser Schule, das ohnehin von Stress geprägt ist und nicht viel Zeit für außerschulische Aktivitäten lässt, wurden wir zu insgesamt vier Theaterfahren eingeladen.
Wir sahen „Die Affäre Rue de Lourcine“ im Burgtheater, „Der nackte Wahnsinn“ in den Wiener Kammerspielen, „Mozart!“ im Raimund Theater und  letztendlich „Romeo und Julia“ im Volkstheater. Das letzte Theaterstück, das wir in unserer fünfjährigen „Theaterfahrkarriere“  sehen durften, war Shakespeares  „Romeo und Julia“ und aufgrund der modernen, sehr kreativen  Inszenierung ein ziemlicher Aufreger, doch „auch so etwas muss man einmal gesehen haben“, teilte uns Frau Prof. Schurmann nach der Vorstellung mit einem Schmunzeln mit.
In diesem Zusammenhang möchte ich mich bei Frau Prof. Brigitte Schurmann und Herrn Prof. Harald Himmler noch einmal dafür bedanken, dass sie uns den Zugang zu diesen kulturellen Veranstaltungen ermöglichten, diese organisierten und uns immer zu diversen Theaterfahrten nach Wien und Graz begleiteten. Mit Sicherheit werden uns einige Vorstellungen noch länger in Erinnerung bleiben und ich bin davon überzeugt, dass wir alle auf eine im Großen und Ganzen wundervolle Zeit, die gewiss mit mehr Höhen als Tiefen geprägt war, zurückblicken können.

 

Theater

 

Sarah Lakits


Jetzt in der 5. Klasse umfasst mein Kulturportfolio in etwa 50 – 60 Stück Dokumentationsbeiträge. Wir haben zahlreiche Theaterfahrten und unternommen, verschiedene Schulfilme gesehen, mehrere Exkursionen gemacht sowie diverse Bücher gelesen. In der ersten Klasse war das Schreiben diverser Dokumentationsbeiträge noch ziemlich schwer für mich, doch schon in der zweiten Klasse fiel mir die Interpretation dieser Kulturportfoliobeiträge immer leichter. Als Hilfe für die Erstellung der Dokumentationsbeiträge besprachen wir die gesehen Theaterstücke sowie Filme in der darauffolgenden Stunde gemeinsam mit unserer Deutschprofessorin durch. Dies war nicht nur sehr hilfreich für die Umsetzung, sondern auch lehrreich, interessant und eine nette Abwechslung.

Durch die Theaterfahrten mit unserer Deutschprofessorin Frau Mag. Brigitte Schurmann wurde mein Interesse im kulturellen Bereich geweckt. Die Theaterfahrten waren für mich sehr interessant, aufregend und schön. Insgesamt haben wir viele verschiedene Theaterstücke besucht. Dazu zählen: „Run for your Wife“, „Der Goldene Drache“, „Floh im Ohr“, „Tschick“, „Biedermann und die Brandstifter“, „Der Talisman“, „Ladies Night“, „Jägerstätter“, „Die Schüsse von Sarajewo“, „Die Physiker“, „Die Affäre Rue de Lourcine“, „Der nackte Wahnsinn“ und „Romeo und Julia“. Besonders faszinierend war für mich, dass trotz einfachstem Bühnenbild sehr viele Informationen und Emotionen vermittelt wurden, wie es zum Beispiel bei dem Theaterstück „Tschick“ war. Bei diesem Stück wurde das Bühnenbild mit einer einfachen Rampe und einem Live-Zeichner gestaltet. Anschließend hatten wir die Chance, uns mit den Schauspielern zu unterhalten. Die Theaterstücke „Jägerstätter“ und „Biedermann und die Brandstifter“ haben mir aufgrund des fesselnden Inhaltes und der tollen Darstellung am besten gefallen. Die Musicals „Elisabeth“, „Ich war noch niemals in New York“, „Catch me if you can“, „Mamma Mia“, „Evita“ und Mozart“ wurden ebenfalls von uns besucht. Besonders die musikalische Umrahmung hat mich bei diesen Musicals sehr beeindruckt. Mir hat es ebenso sehr gefallen, dass wir uns solch gute Musicals ansehen durften. Ich freute mich jedes Mal darauf! Die Theaterfahrten sind freiwillig zu besuchen und werden von unserer Deutschprofessorin Frau Mag. Brigitte Schurmann als Entgegenkommen angeboten. Aus eigenem Interesse habe ich auch in den Ferien vor, verschiedene Theaterstücke oder Musicals zu besuchen.

Als Belohnung für die bewältigten Strapazen des schulischen Alltags sehen wir uns am Tag vor den Weihnachts-/Semester-/Oster- und Sommerferien immer einen Kinofilm an. Dabei wurden immer sehr lehrreiche und fesselnde Filme ausgewählt. Insgesamt haben wir uns zwölf Kinofilme angesehen. Darunter sind „Bowling for Columbine“, „Die Wüstenblume“, „Work Hard – Play Hard“, „Die Festung“, „Zero Dark Thirty“, „Les Misérables“, „Apples Stories“, „Master of the Universe“, “Das weiße Band”, „Das radikal Böse“, „We Feed the World“ und „Elser“. “Bowling for Columbine” hat mir am besten gefallen, weil der Film auf einer wahren Begebenheit beruht und eine sehr interessante Dokumentation über dieses schreckliche Ereignis von dem im Jahr 1999 ausgehenden Schulmassaker von Littleton ist.

In jedem Schuljahr lasen wir auch viele verschiedene Klassenlektüren. Darunter waren verschiedene Romane, Dramen, Novellen und auch viele andere Werke. Zu diesen Werken zählen: „Essen, Nein Danke!“, „Alki, ich doch nicht“, „Die Einbahnstraße“, „Nele“, „Goethe“, „Alle sieben Wellen“, „Der Besuch der alten Dame“, „Der Verdacht“, „Abschied von Sidonie“, „Roman eines Schicksalslosen“, „Bernard Shaw Pygmalion“, „Der Unsichtbare“, „Leben des Galilei“, „Das Parfum“, „Nathan der Weise“, „Boot Camp“, „Asphalt Tribe“, „Emilia Galotti“, „Die neuen Leiden des jungen W.“, „Eine dunkle Begierde“, „Draußen vor der Tür“, „Der Tod in Venedig“, „Woyzeck“, „Bergkristall“, „Der gute Mensch von Sezuan“, „Die Nashörner“, „Fräulein Else“, „Der Schüler Gerber“ und „Das heilige Experiment“. Natürlich haben wir uns in den fünf Jahren auch bei Erfassen und Analyse der Inhalte gesteigert. Während die Klassenlektüren in der ersten Klasse noch sehr einfach, nämlich Jugendlektüre, waren („Die Einbahnstraße“, „Alki, ich doch nicht!“) wurden die Bücher mit zunehmender Schulstufe immer anspruchsvoller. Diese Bücher waren jedoch großteils sehr informativ und lesenswert. Darunter waren auch viele bekannte Autoren, wie zum Beispiel Arthur Schnitzler, Fritz Hochwälder, Ulrich Plenzdorf, Thomas Mann, Bertholt Brecht und viele mehr.

Weiters waren wir in unserer fünfjährigen Schullaufbahn im Rahmen des Deutschunterrichts auf mehreren Exkursionen. Wir besuchten eine Dichterlesung im Offenen Haus Oberwart, das Foltermuseum und die UNO-City in Wien, das Parlament und das Wirtschafts- und Gesellschaftsmuseum in Wien sowie das Obere Belvedere und das Leopold Museum in Wien. Besonders das Wirtschafts- und Gesellschaftsmuseum hinterließ tiefe Eindrücke bei mir, da mich die Geschichte ganz besonders interessiert. Ich habe es sehr interessant gefunden, zu erfahren, wie die Menschen im und um das 19. Jahrhundert gelebt haben.

Ich bin sehr froh, dass wir die Chance bekommen haben, zahlreiche kulturelle Erfahrungen zu sammeln. Die Arbeit dieses Kulturportfolios habe ich daher ebenfalls als sehr sinnvoll empfunden. Bereits schon jetzt zeige ich meiner Mutter die vielen verschiedenen Dokumentationsbeiträge und kann mit Stolz behaupten, dass ich alle selbst verfasst habe.

Dank Ihnen und dieser Möglichkeit habe ich schon viel Grundlegendes für das Leben gelernt, wie die Fähigkeit, Sachverhalte zu hinterfragen, nicht aufzugeben, Durchhaltevermögen zu zeigen, nicht zu schnell mit einem Ergebnis zufrieden zu sein, aber auch im richtigen Moment aufzuhören.